Verbrennungen
Verbrennungen sind Schädigungen der Haut oder des tiefer liegenden Gewebes, die durch extreme Hitzeeinwirkung, Strom, Chemikalien oder Strahlung verursacht werden. Je nach Temperatur und Dauer der Einwirkung variiert das Ausmass der Gewebezerstörung erheblich. Auch scheinbar kleinere Verletzungen können starke Schmerzen verursachen, während grossflächige Verbrennungen lebensbedrohliche Notfälle darstellen, die eine sofortige medizinische Versorgung erfordern.
Einteilung in Schweregrade
- 1. Grad: Oberflächliche Rötung, ähnlich einem Sonnenbrand. Die Haut ist trocken, schmerzhaft und geschwollen, heilt jedoch meist folgenlos ab.
- 2. Grad: Schädigung bis in die Lederhaut. Es bilden sich Flüssigkeitsgefüllte Brandblasen, begleitet von starken Schmerzen und Rötung.
- 3. Grad: Vollständige Zerstörung aller Hautschichten. Die Haut wirkt weisslich, lederartig oder verkohlt. Da Nervenenden zerstört sind, fehlen hier oft die Schmerzen.
Typische Symptome nach Schweregrad
Grad 1: Oberflächlich
Betrifft nur die oberste Hautschicht (Epidermis). Typisch sind Rötungen, leichte Schwellungen und brennende Schmerzen. Ein klassisches Beispiel ist der leichte Sonnenbrand.
Grad 2: Blasenbildung
Betrifft auch die Lederhaut (Dermis). Es bilden sich Flüssigkeitsgefüllte Blasen. Die Schmerzen sind sehr stark, die Wundfläche ist rot und feucht-glänzend.
Grad 3: Tiefgreifend
Alle Hautschichten sind zerstört. Die Haut wirkt weißlich oder verkohlt. Da die Nervenenden zerstört sind, fehlen Schmerzen in der Tiefe oft vollständig.
Achtung: Allgemeinsymptome & Schockzeichen
Großflächige Verbrennungen können den gesamten Organismus belasten. Achten Sie auf Anzeichen eines Schocks: Blässe, kalter Schweiß, Herzrasen, einsetzende Benommenheit oder Kreislaufprobleme. In diesen Fällen ist sofortige medizinische Hilfe lebensnotwendig.
Ursachen und Gefahrenquellen
Verbrennungen entstehen oft in Sekundenschnelle. Häufige Auslöser im Alltag, Beruf und in der Freizeit sind:
- Thermie: Kontakt mit Flammen, heissen Oberflächen (Herdplatten, Bügeleisen) oder heissen Flüssigkeiten und Dämpfen (Verbrühungen).
- Strahlung: Übermässige UV-Exposition durch die Sonne ohne ausreichenden Schutz.
- Elektrizität: Stromunfälle im Haushalt oder bei der Arbeit mit elektrischen Anlagen.
- Chemie: Kontakt mit ätzenden Substanzen wie Säuren oder Laugen (Verätzungen).
Besonders im Haushalt lauern Gefahren durch umkippende Gefässe mit heissem Wasser oder Fett, die oft schwerwiegende Verletzungen nach sich ziehen können.
Wichtiger Hinweis
Unfälle durch Strom oder Chemikalien stellen immer einen Sonderfall dar. Auch wenn die äusseren Verletzungen gering erscheinen, können innere Schäden vorliegen. In diesen Situationen ist eine sofortige medizinische Abklärung zwingend erforderlich.
Erste-Hilfe-Massnahmen
Sofortiges Handeln ist bei Verbrennungen entscheidend, um den Schaden zu begrenzen. Befolgen Sie diese Schritte:
- Kühlung: Kühlen Sie die betroffene Stelle sofort mit handwarmem Leitungswasser (ca. 15-20 °C) für maximal 10–20 Minuten.
- Entfernen: Entfernen Sie vorsichtig Schmuck oder Kleidungsstücke, die nicht an der Wunde haften.
- Abdeckung: Decken Sie die Wunde locker und steril ab (z. B. mit einem Brandwunden-Verbandpäckchen).
- Schmerztherapie: Bei Bedarf können Schmerzmittel eingenommen werden.
Wichtiger Hinweis
Bei grossflächigen Verbrennungen, Beteiligung der Atemwege oder bei Anzeichen eines Schocks wählen Sie bitte umgehend die Notrufnummer 144. Grössere Verbrennungen müssen immer fachärztlich versorgt werden.
Was Sie vermeiden sollten
Falsche Massnahmen können das Gewebe zusätzlich schädigen oder Infektionen begünstigen:
- Kein Eis: Verwenden Sie niemals eiskaltes Wasser oder Kühlpacks direkt auf der Haut.
- Keine Hausmittel: Verzichten Sie auf Mehl, Zahnpasta, Öl oder Puder. Diese verunreinigen die Wunde.
- Blasen nicht öffnen: Lassen Sie Brandblasen intakt, da sie einen natürlichen Schutz bieten.
Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
In folgenden Situationen ist eine medizinische Beurteilung oder Behandlung zwingend erforderlich:
- Verbrennungen im Gesicht, an den Händen, Füssen oder im Genitalbereich
- Großflächige Verbrennungen (größer als die Handfläche des Betroffenen)
- Starke Blasenbildung oder offene Wunden
- Verbrennungen bei Kindern, älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen
- Unfälle mit elektrischem Strom oder Chemikalien
- Zunehmende Schmerzen, Rötung oder Schwellung nach einigen Tagen (Infektionsgefahr)
Notfall: Bei Schockzeichen sofort 144 wählen
Achten Sie auf Anzeichen wie blasse Haut, Kaltschweissigkeit, Zittern, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit. Dies sind Alarmzeichen für einen lebensbedrohlichen Schockzustand.